2007

SN   31.12.07  Baum in Brand gesetzt

Vehlen. Unbekannte Täter haben sich in den Abendstunden des vergangenen Sonnabends in der Feldmark nahe Vehlen offensichtlich einen Spaß daran gemacht, mit China-Böllern einen Baum in Brand zu setzen. Dieses Vorhaben ist ihnen gelungen, denn es schlugen bald meterhohe Flammen empor. Die Feuerwehren von Obernkirchen und Vehlen mussten ausrücken und löschen. Anschließend wurde der Baum von den Brandbekämpfern gefällt. si

SN   29.10.07   Feuer in Lackiererei

Gelldorf. Zu einem Brand bei der Firma Kunststofftechnik Obernkirchen (KTO) mussten am Sonnabend gegen 1.20 Uhr alle fünf Obernkirchener Ortsfeuerwehren ausrücken, unterstützt von der Feuerwehr Tallensen-Echtorf. Bei KTO war aus bislang ungeklärter Ursache in der Lackiererei Feuer ausgebrochen. Die Flammen fraßen sich nach Auskunft von Obernkirchens Stadtbrandmeister Rolf Schaper nach oben ins Dach, das von Atemschutzgeräteträgern geöffnet werden musste. An dem Löscheinsatz, der konventionell mit Wasser vorgenommen werden konnte, waren rund 70 Feuerwehrleute beteiligt. Bis gegen 5 Uhr kämpften diese gegen die Flammen. Um bei einem Wiederauflodern sofort eingreifen zu können, setzte Schaper eine Brandwache ein. Über die Höhe des entstandenen Schadens gibt es noch keine Informationen. Die Polizei ermittelt. r

SN   29.05.07   130 Meter weit geschleudert

Vehlen. Sonntagabend ist es in Vehlen zu einem spektakulären Verkehrsunfall gekommen. Gegen 21 Uhr verlor ein 31-jähriger Mann aus Minden die Kontrolle über seinen Wagen, schleuderte 130 Meter über Fahrbahn und Grünstreifen und fuhr etliche Schilder und Pfähle um. Verletzte gab es nicht.
Der Mann war auf der B 65 von Gelldorf in Richtung Bückeburg unterwegs. Nach Polizeiangaben kam der Fahrer in der lang gezogenen Linkskurve kurz vor dem
Ortseingang von Vehlen von der Fahrbahn ab. Er rutschte über den Grünstreifen. Beim Versuch, wieder auf die Fahrbahn zu kommen, verriss er das Lenkrad. Das Auto driftete auf die Fahrbahn, schleuderte aber sofort wieder in den Grünstreifen. Dabei „rasierte“ der 31-Jährige ein halbes Dutzend Begrenzungspfähle und einige Straßenschilder ab. Als Ursache für den Unfall gab der 31-Jährige ein Tier an, dem er habe ausweichen wollen. fh

 

SN   10.05.07   Öl auf L 442: Überschlag mit Auto

Spur von Vehlen bis Rinteln

Buchholz. Am Dienstag gegen 15.40 Uhr ist der Polizei in Bückeburg ein Verkehrsunfall auf der Landesstraße 442 zwischen Obernkirchen und Buchholz gemeldet worden. Eine 37-jährige Frau aus dem Auetal befuhr mit ihrem achtjährigen Sohn die L 442 aus Richtung Obernkirchen in Richtung Buchholz. Auf einer Rapsöl-/Dieselspur geriet ihr Wagen ins Schleudern, kam nach rechts von der Fahrbahn ab und überschlug sich mehrmals. Beide Insassen konnten unverletzt aus dem Auto klettern. An dem Kleinwagen entstand wirtschaftlicher Totalschaden.
Während der Unfallaufnahme liefen eine Vielzahl von weiteren Meldungen bezüglich der Rapsöl-/Dieselspur bei der Polizei auf. Die Straßenmeisterei Rinteln und die Feuerwehr in Obernkirchen rückten zu einem Großeinsatz aus.
Im Rahmen der weiteren Ermittlungen wurde festgestellt, dass die Rapsöl-/Dieselspur in Vehlen begann. Diese führte durch Obernkirchen, über die L 442 in Richtung Buchholz und von dort in den Bereich Rinteln. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr konnte der Verursacher der Rapsöl-/Dieselspur ermittelt werden. Es handelte sich um einen 40-jährigen Fahrer einer Zugmaschine.
Auf der glatten Fahrbahn kam es zu weiteren Verkehrsunfällen mit Sachschäden. Es wurden aber keine Personen verletzt.
Weitere Geschädigte werden gebeten, sich bei der Polizei in Bückeburg, Telefon (0 57 22) 9 59 30, oder bei der Polizei in Obernkirchen, Telefon (0 57 24) 85 27, zu melden. r

SN   08.05.07   Vehlener Wehr probt den Ernstfall

Vehlen. Einen solchen Einsatz wünschen sich die Vehlener Feuerwehrleute und die Inhaber und Mitarbeiter der Autolackiererei Leinert im Ernstfall nie: einen Brand innerhalb des Betriebes in der Nähe der Bundesstraße 65. Um jedoch dafür gewappnet zu sein, gab es jetzt eine überraschende Einsatzübung.
Der Alarm wurde von der Leitstelle in Stadthagen per Funk ausgelöst. Knapp fünf Minuten später traf das erste Fahrzeug ein, kurz darauf das zweite. Die Vorgabe lautete: In der Werkhalle ist ein Feuer ausgebrochen. Zwei Mitarbeiter werden vermisst. Es gibt eine starke Rauchentwicklung.
Die „Vermissten“ wurden von Atemschutzgeräteträgern ins Freie gebracht und dort behandelt. Außerdem musste eine brennende Altöltonne gelöscht werden. Probleme mit der Wasserversorgung gab es nicht. In unmittelbarer Nähe befinden sich insgesamt drei Hydranten. Wenn das nicht reichen sollte, ist noch die Bückeburger Aue vor Ort.
Stadtbrandmeister Rolf Schaper verfolgte den Einsatz, an dem insgesamt 18 Aktive der Ortswehr teilnahmen. Seine Manöverkritik fiel milde aus, denn die „Blauröcke“ aus Vehlen arbeiteten zügig und mit Übersicht. Als Belohnung luden die beiden Inhaber der Autolackiererei, Heinz-Jürgen und Dirk Leinert, anschließend zu Bratwurst und kühlen Getränken ein. sig

SN   03.01.07   Sogar diskutiert, Anwohner zu evakuieren

Lagerhallenbrand lief glimpflich ab / Heute kommen die Gutachter

Nach dem Feuer im Lagerhaus der Raiffeisen-Genossenschaft in Krankenhagen am Neujahrstag (wir berichteten) rücken heute mehrere Gutachter an, die ermitteln sollen, wie das Feuer ausbrechen konnte und wie hoch der Schaden ist. Denn außer dem vermutlich unbrauchbar gewordenen 600 Tonnen Düngemittel ist möglicherweise auch das in einem anderen Abschnitt der Halle gelagerte Getreide kontaminiert worden.
Krankenhagen.
Den entscheidenden Hinweis für die Brandbekämpfung habe am Neujahrstag der diensthabende Chemiker des Transport-Unfall-Informationssystems (TUI) geliefert, schilderte gestern Clemens Keich, Leiter des Umweltschutzzuges des Landkreises. Die chemische Reaktion in dem Düngemitteln (Kalkammonsalpeter) würde von allein abklingen, wenn der eigentliche Feuerherd, der brennende Dachsparren, der auf das Schüttgut gefallen war, gelöscht sei.
„Wir haben keine Fehler in diesem schwierigen Brandfall gemacht und den Schaden auf ein Mindestmaß reduziert“, resümierte gestern Morgen der stellvertretende Kreisbrandmeister Rainer Kuhlmann. Es sei nur so viel Löschwasser eingesetzt worden, wie absolut notwendig gewesen sei. „Dadurch ist auch kein kontaminiertes Wasser aus der Halle in die Kanalisation geflossen.“
Zu Beginn, so Kuhlmann, habe die Lage dramatisch ausgesehen: Man habe sogar den Fall diskutiert, wie man Anwohner am schnellsten evakuieren könne, sollte das Feuer außer Kontrolle geraten. „Das ist zum Glück aber nicht notwenig gewesen.“
Noch am Neujahrsabend hat der Leiter des Gesundheitsamtes beim Landkreis, Uwe Krusche, mit den Feuerwehrleuten gesprochen, die direkt in der Halle respektive in unmittelbarer Nähe des Brandes im Einsatz waren und Entwarnung gegeben. Eine grundsätzliche Gesundheitsgefahr bestehe nicht, eine gründliche Reinigung sei ausreichend, Blut- und Urinuntersuchungen seien nicht notwendig. „Möglich sind unter Umständen Hautreizungen, in diesem Fall sollten die Betroffenen ihren Hausarzt aufsuchen“, so Krusche.
Der Leiter des Gesundheitsamtes erläuterte gestern in einem Telefongespräch, er habe bereits während des Brandeinsatzes Kontakt mit Klaus-Michael Wolling vom Notfalldienst des Zentrums für Gesundheits- und Infektionsschutz aufgenommen und sich über die Risiken von Kalkammonsalpeter informieren lassen.
Manfred Nagel, Leiter der Warenabteilung der Volksbank, hatte die Feuerwehr am Neujahrstag vor Ort über das in der Halle gelagerte Material informiert. Eigentlich kann sich Kalkammonsalpeter nicht von selbst entzünden – wie das Feuer entstanden ist, müssen jetzt Spezialisten der Kriminalpolizei klären. Noch am Brandabend haben Beamte der Technischen Gruppe Umweltschutz aus Hildesheim in Schutzkleidung erste Untersuchungen vorgenommen. wm

 

Im Notfall beraten Spezialisten

Das Transport-Unfall-Informationssystem (TUIS) informiert bei Transportunfällen, Unfällen in einem Lager sowie bei Bränden mit Chemikalien über den Umgang mit den Stoffen, die Risiken und mögliche Löschmethoden. TUIS ist rund um die Uhr über einen Notfalldienst ereichbar. Beraten können Werkfeuerwehren, Chemiker, Toxikologen, Ökologen und Fachleute aus der Produktion der Chemiunternehmen. Im Katastrophenfall kommt auch ein Team vor Ort, sogar mit einem eigenen Löschzug und Spezialausrüstung.
Das vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt eingerichtete Zentrum für Gesundheits- und Infektionsschutz (ZGI) führt Maßnahmen der Erkennung, der Risikobewertung, des Risikomanagements sowie der Gefahrenabwehr von gesundheitlichen Großschadenslagen durch.
Dies können Chemie-Unfälle oder Brände wie in Krankenhagen, der Verdacht oder das tatsächliche Auftreten von lebensbedrohlichen übertragbaren Erkrankungen, das epidemische Auftreten schwerer Infektionen sowie die gesundheitliche Bedrohung und andere Katastrophensituationen sein.
Das ZGI berät die Institutionen des öffentlichen Gesundheitsdienstes auf kommunaler und Landesebene in diesen Bereichen. Es führt seine Aufgaben – angepasst an das jeweilige Schadensereignis – unter Mitarbeit von Mikrobiologen, Epidemiologen und Toxikologen des NLGA durch. wm

SZ   02.01.07   Polizei warnt: Fenster und Türen schließen!

Feuer in Raiffeisenlager mit 600 Tonnen Kunstdünger / 130 Feuerwehrleute sechs Stunden im Einsatz

Krankenhagen (wm). Feuerwehren aus ganz Rinteln waren am Neujahrstag von 11.30 bis 17.30 Uhr im Einsatz, um einen Brand im Raiffeisenlager neben der Volksbank in Krankenhagen unter Kontrolle zu bekommen. Hier lagern rund 600 Tonnen Kunstdünger (Kalkammonsalpeter), von dem sich ein Teil aus bisher unbekannten Gründen entzündet hatte. Ein Anwohner hatte den Qualm bemerkt, der aus einer Dachluke des Gebäudes stieg.

Das Einsatzkommando der Feuerwehr mit Stadtbrandmeister Helmut Meier, Ortsbrandmeister Burkhardt Schatz und dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Rainer Kuhlmann alarmierte die Spezialisten vom Gefahrgutzug des Landkreises aus Obernkirchen, die prüfen sollten, ob eine Gefahr für die Krankenhäger Bevölkerung durch möglicherweise austretende giftige Gase bestehe.

Polizei und Feuerwehr fordertenüber eine Lautsprecheransage alle Anwohner rund um das Raiffeisenlager auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt.

Feuerwehrleute mit Atemschutz, die in die Halle vordrangen, berichteten, das Kunstdüngergranulat sei zu einem rund vier Meter hohen Berg aufgeschichtet, den man kaum erklimmen könne, der Brandherd nicht zu erkennen. Ein Dachsparren habe Feuer gefangen, sei eingeknickt und liege brennend auf dem Kunstdüngerberg.

Die Lager seien praktisch randvoll, erläuterte ein Raiffeisenmitarbeiter, weil ab Februar die Landwirte Kunstdünger auf die Felder fahren. Durch eine Feuerschutzwand vom Kunstdünger getrennt lagerten in der Halle außerdem rund 800 Tonnen Getreide.

Um den eigentlichen Brandherd zu lokalisieren, forderte Stadtbrandmeister Helmut Meier eine Wärmebildkamera an, die bei der Bückeburger Feuerwehr stationiert ist. Würde man den Kunstdünger einfach mit Wasser löschen, erläuterte Meier vor Ort, würde er sich verflüssigen und Stickstoff in die Kanalisation laufen. Eine Option wäre, die Halle abzudichten und mit CO 2 zu fluten, um den Brand zu ersticken. Außerdem gebe es da noch die Möglichkeit, den Kunstdünger mit Radladern und Lastzügen aus der Halle zu schaffen. Alle Möglichkeiten würden geprüft. Zunächst löschten die Feuerwehrleute den brennenden Dachbalken.

Gegen 13 Uhr traf die Umweltschutzgruppe aus Obernkirchen unter Leitung von Clemens Keich ein und nahm laufend Messungen vor. Ergebnis: Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht. Anders bei der Feuerwehr: Die Feuerwehrleute, die in der Lagerhalle gewesen waren und Kontakt mit dem Dünger hatten, erhielten Order, ihre Kleidung luftdicht in Säcke zu verschließen, zu duschen und einen Arzt aufzusuchen.

Gleichzeitig rollten zwei Lastzüge an, um - wenn erforderlich - den Dünger aus der Halle zu transportieren.

Inzwischen waren rund 130 Feuerwehrleute aus Rinteln, Krankenhagen, Möllenbeck, Exten, Steinbergen, Uchtdorf und Obernkirchen im Einsatz.

Kurz vor 17 Uhr meldete Stadtbrandmeister Helmut Meier, aus dem Schüttgut gebe es keine Rauchentwicklung mehr, jetzt würde mit einer Sonde die Kerntemperatur im Dünger gemessen. Der Dünger solle in der Halle bleiben - eine Brandwache werde eingerichtet. Heute wollen sich Spezialisten mit der Frage beschäftigen, ob der Dünger doch noch aus der Halle geschafftwerden muss oder nicht.

Über die Brandursache gab es bis gestern Abend nur Spekulationen. Möglicherweise hat sich der Dünger selbst entzündet, möglicherweise gab es in der elektrischen Leitung unter dem Dach einen Kurzschluss und einen Kabelbrand. Funken könnten dann den Dünger in Brand gesetzt haben.

Dass eine verirrte Silvesterrakete das Feuer ausgelöst hat, dafür, so Meier, gebe es dagegen kein Indiz. Das Dach sei dicht und weise von oben auch keine Brandspuren auf, die auf eine Silvesterrakete schließen lassen. Die weiteren Ermittlungen hat die Kriminalpolizei übernommen.

© Schaumburger Zeitung, 02.01.2007