2012

SZ   15.06.12   Wie alles im Leben: Auch Einsatzeiten sind relativ

Auetal (rnk). Sind 35 Minuten zu viel? Nein, meint Clemens Keich, man muss nicht nur die reine Fahrstrecke von Obernkirchen und den übrigen Standorten bis nach Rehren ins Gewerbegebiet rechnen, sondern etwas mehr: Nach dem Alarm müssten die Kameraden erst zu den jeweiligen Standorten der Fahrzeuge fahren, so der Gerätewagen Gefahrgut in Obernkirchen, Gerätewagen Atemschutz-Strahlenschutz in der Feuerwehrtechnischen Zentale, die beiden Erkunder mit Standort Vehlen und Rusbend sowie das Messleitfahrzeug aus Möllenbeck, sich dort umziehen, warten, bis die Fahrzeuge besetzt sind, „das dauert seine Zeit“, sagt Keich als Leiter der Umweltschutzeinheit, die heute das Zusammenspiel mit der Auetaler Wehr üben soll.

Dafür hat Gemeindebrandmeister Karl-Heinz Nothold eine hübsches Szenario vorgegeben. Beim Rangieren eines Tankwagens auf dem Gelände des Bauhofes der Gemeinde ist es zu einem Unfall gekommen, eine Person befindet sich im Gefahrenbereich, sie ist eingeklemmt und nicht ansprechbar, Gefahrgut ist auch im Spiel, der austretende Stoff ist nicht bekannt. Der Auftrag für die Wehr: Den Menschen retten, den Gefahrenbereich absperren und räumen, den austretenden Stoff auffangen und verdünnen, das Leck schließen und das ablaufende Stoffgemisch zurückhalten, damit es nicht in die Kanalisation läuft.

Das Stoffgemisch hat Einsatzleiter Ralf Kopczinsky über die Einsatzleitstelle schnell identifiziert, hinter UN-Nummer 1789 und der Gefahrnummer 80 verbirgt sich Chlorwasserstoffsäure, ein ätzender Stoff, der Haut, Augen und Atemwege schädigen kann, zudem besteht die Gefahr, dass Hitzeeinwirkung die Berstgefahr steigen lässt, das Ding kann explodieren. Zudem können die Dämpfe unsichtbar sein. Es ist ein Szenario, das Nothold so beschreibt: „Auf der Autobahn ist es jederzeit möglich.“

Die Sicherheit, sagt Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote, geht zu 200 Prozent vor, daher werden der Gerätewagen Gefahrgut aus Obernkirchen und die übrigen Fahrzeug, angefordert, und als er nach 35 Minuten eintrifft, dauert es noch einige Minuten, ehe die Kameraden loslegen können: Der chemikalienbeständige knallrote Schutzanzug kann nur mithilfe einer oder zweier Kameraden angelegt werden, auch der umluftunabhängige Atemschutz ist sperrig und schwer. Kopczinsky ist derweil zufrieden: Die Männer der Wehr Rehren/Westerwald, die den Auftrag haben, den Menschen zu retten, greifen nicht, wie er es erwartet hat, zu Spreizer und Schere, sondern zum Hebekissen: Das geht schneller, urteilt Kopczinsky, und lobt sie: „Pfiffig.“ Während die Feuerwehr Rolfshagen einen dreiteiligen Löschangriff mit Schaum, Wasser und Pulver fährt, kann Grote eine erste Bilanz ziehen: Zufrieden ist der Kreisbrandmeister mit der Leistung seiner Mannen, zufrieden ist auch Clemens Keich, der den Satz des Tages zum Abschied beisteuert: „Wir üben, damit wir besser werden.“ Einen Tag später hat es Keich übrigens schwarz auf weiß: Die von der Feuerwehreinsatzleitstelle dokumentierten Zeiten besagen, dass der Gerätewagen „Gefahr“ gut 25 Minuten nach seiner Alarmierung eintraf, das dazugehörige Führungsfahrzeug mit Zugführer bereits nach 14 Minuten. Die Umweltschutzeinheit wurde um 18:22 Uhr alarmiert. Der Zugführer mit dem Einsatzleitwagen traf um 18.36 Uhr an der Einsatzstelle ein, der restliche Zug um 18.47 Uhr. Daraus ergeben sich für den Einsatzleitwagen 14 Minuten von Alarmierung bis zur Einsatzstelle in Rehren, für den restlichen Zug 25 Minuten.

Großeinsatz auf dem Gelände des Bauhofs, rund 70 bis 80 Feuerwehrmitglieder sind dabei.

21.05.12   T1   Unbekannte Flüssigkeit auf dem Teich “An der Papenburg”
Um 13:02 Uhr wurde die Ortswehr Vehlen zur Unterstützung der Ortswehr Obernkirchen alamiert. Auf dem Teich an der Strasse “Auf der Papenburg” wurde die Einleitung einer unbekannten Flüssigkeit festgestellt. Aus dem Zulauf der Öberflächenentwässerung lief eine weissliche Flüssigkeit in den Teich. Die Ortswehr Obernkirchen sperrte mit einem Kanaldichtkissen den Zulauf auf. Die Ortswehr Vehlen brachte Ölschlängel aus und dämmte so die Ausbreitung auf dem Teich ein. Hiezu wurde ein Boot eingesetzt das der OrtsBM Vehlen zur Verfügung stellte. Mit einem Kanalsaugwagen wurden die Rohre gespült und das verunreinigte Wasser abgepumpt und später entsorgt. In enger Zusammenarbeit mit Bauhof, Stadtverwaltung und Feuerwehr wurde ein möglicher Verursacher ermittelt und dies der Polizei mitgeteilt. Gegenüber der Polizei wurde die Verunreinigung durch Latexfarbe zugegeben.

Im Einsatz: Feuerwehr Obernkirchen, Feuerwehr Vehlen, Bauhof, Amt 66, Mitarbeiter vom Bauamt der Stadtverwaltung, Polizei, Entsorgungsfirma