2015

SN   31.03.15  Arbeiter auf Klinikums-Baustelle schwer verletzt

Windböe erfasst Aluminiumteil / 48-jähriger Portugiese an der Schläfe getroffen / Keine Lebensgefahr

Vehlen. Bei einem Unfall auf der Baustelle des künftigen Gesamtklinikums in Vehlen ist ein Bauarbeiter schwer verletzt worden. Ein zehn Kilogramm schweres Aluminiumstück traf den 48-Jährigen an der Schläfe. Er wurde ins Klinikum nach Minden gebracht. Lebensgefahr bestand nach Polizeiangaben nicht.

10.20 Uhr: Mehrere Bauarbeiter des von der Firma Riedelbau beschäftigten Subunternehmens Danigon stehen auf der Decke des dritten Obergeschosses. Sie wollen den Nordkubus mit großen Aluminiumteilen verkleiden. Diese stehen gesichert auf der bereits erstellten Deckenschalung in etwa drei Meter Höhe. Plötzlich erfasst eine Windböe eines der Aluminiumelemente. Das 75 mal 150 Zentimeter große Teil stürzt hinab und trifft den Portugiesen am Kopf. Der Helm, den er trägt, hilft ihm nicht. Das Element trifft ihn an der ungeschützten Kopfseite.

Die Kollegen alarmieren die Leitstelle. Feuerwehr, Rettungswagen, Notarzt und Polizei fahren zur Baustelle. Das Aufsehen ist groß. Eine Polizeisprecherin kann jedoch Entwarnung geben: Der 48-Jährige ist beim Eintreffen der Rettungskräfte bei Bewusstsein, Lebensgefahr besteht ihren Angaben nach nicht.

Hätte der Unfall verhindert werden können? Immerhin stürmt es bereits seit Sonntag. Nach Angaben von Riedelbau habe es sich um eine „einmalig starke Böe“ gehandelt. Der Unfall war demnach ein Unglück.

Generell gelten nach Angaben von Nina Bernard, Sprecherin der Krankenhausprojektgesellschaft Schaumburg mBH, eindeutige Auflagen, was den Kran-Betrieb auf der Baustelle betrifft. „Bis zu einer Windgeschwindigkeit von maximal 61,2 Stundenkilometern können auf einer Baustelle Kräne grundsätzlich genutzt werden“, sagt Bernard.

Zum Zeitpunkt des Unfalls sei laut einer automatischen Windmessung im Kran diese Windgeschwindigkeit noch deutlich unterschritten gewesen. Sie habe bei 55,8 Stundenkilometern gelegen. Nach dem Unfall seien die Windgeschwindigkeiten bis zu 90 Stundenkilometern angestiegen und der Kranbetrieb bereits zuvor unverzüglich eingestellt worden.

Derzeit ist unklar, ob der Arbeitsschutz ermitteln wird. „Unsere Sicherheitsstandards sind grundsätzlich hoch, wir werden mindestens einmal pro Woche von der Arbeitssicherheit überprüft, ob zum Beispiel Absturzsicherungen und Gerüste den gesetzlichen Anforderungen entsprechen“, sagt Bauleiter Christian Ernst. „Selbstverständlich geht die Sicherheit aller Bauarbeiter stets vor.“

Von Verena Insinger