JHV 2004

Wilhelm Blomberg (88) hat die Ortsfeuerwehr 1936 mitgegründet. Er wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Foto: sig

SZ   14.01.04   Bangen um die Zukunft der Vehlener Feuerwehr

Strukturelle Veränderungen angekündigt

Vehlen (sig). Viele Fragezeichen standen über der stark besuchten Jahreshauptversammlung der Vehlener Ortsfeuerwehr im Dorfgemeinschaftshaus. Unruhe und Ratlosigkeit waren zu spüren. Wer konnte eine Antwort darauf geben, wie es mit der Feuerwehr weitergehen soll – ohne ein neues Löschfahrzeug?

Mancher hoffte, dass vielleicht von den Vertretern der Stadt und des Kreisfeuerwehrverbandes eine schlüssige und befriedigende Auskunft kommen würde. Nicht nur zur Frage der Ersatzbeschaffung, sondern auch zu den strukturellen Änderungen, die angekündigt worden sind und hinter denen sich die Zusammenlegung von Wehren verbergen soll.
Deutliche Worte fand der erkrankte Ortsbrandmeister Michael Hanke in seinem Jahresbericht, den er von seinem Stellvertreter Andreas Busche verlesen ließ: “Bei meinem Amtsantritt hatte man mir die Anschaffung eines Löschgruppenfahrzeuges versprochen. Inzwischen sollen wir bis 2008 warten und sparen, wo wir nur können. Jetzt wird sogar über die Zusammenlegung oder das Ende einer Feuerwehr nachgedacht.”
Stadtdirektor Wilhelm Mevert wies in seinem Grußwort daraufhin, dass es bislang noch immer gelungen sei, die “abgängigen” Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren im Obernkirchener Raum zu ersetzen. Bei Vehlen sei das zum ersten Male leider anders, und das gelte auch für andere künftig anstehende Eratzbeschaffungen. Der Brandschutz müsse deshalb auf neue Füße gestellt werden, unterstrich der Verwaltungschef. Man habe den Landkreis um Unterstützung bei den Gesprächen über die künftige Struktur der Obernkirchener Feuerwehren gebeten.

Nach Auffassung des Stadtdirektors werde man ohnehin nicht alle 111 Ortsfeuerwehren im Landkreis erhalten können.

Ortsbürgermeister Werner Harder sah es so: “Der Ortsrat und ich haben alles versucht, um ein besseres Ergebnis zu erreichen. Das wäre das Schlimmste, was uns als dem größten Ortsteil der Stadt passieren könne, wenn unsere Feuerwehr nicht mehr weiter bestehen würde. Sie ist ein wichtiges Standbein – auch für das gesellschaftliche Leben in Vehlen.” Fast beschwörend klang es, als der Ortsbürgermeister ausrief: “Bitte werft nicht alles hin! Helft trotz aller verständlichen Wut, dass unsere Gemeinschaft erhalten bleibt.”
Quelle: Landes-Zeitung, 14.01.2004

Grußworte des Abschnittsleiter Süd, Rainer Kuhlmann

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Auch diesmal zahlreiche Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft bzw. aktiven Dienst in der FF Vehlen

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SW   21.01.04   Ungewisse Zukunft der Ortsfeuerwehr Jahreshauptversammlung / Wilhelm Blomberg zum Ehrenmitglied ernannt / Beförderungen

VEHLEN (hb/m). Auf 27 Einsätze, davon vier Großbrände, zwei Kleinbrände und neun Hilfeleistungen konnte die Freiwillige Feuerwehr Vehlen auf ihrer gut besuchten Jahreshauptversammlung am Samstagabend im Dorfgemeinschaftshaus zurückblicken. Mehrere Kameraden haben Einsatzbereitschaft gezeigt und die Fahrzeughalle renoviert. Auch Lehrgänge auf Kreisebene wurden von den Feuerwehrleuten absolviert. Im Mittelpunkt einer längeren Diskussion stand die in 2003 ausgebliebene, aber zuvor versprochene Ersatzanschaffung eines Löschfahrzeugs, die von der Feuerwehr verlangten Sparmaßnahmen und damit die Zukunft der Ortsfeuerwehr. „Wir sollen bis 2008 warten, da die Stadt Obernkirchen kein Geld hat“, heißt es im Bericht des erkrankten Ortsbrandmeisters Michael Hanke, den er von seinem Stellvertreter Andreas Busche verlesen ließ. Michael Hanke: „Die Feuerwehren sollen noch mehr sparen, aber wo?“ Inoffiziell, so Hanke, werde bereits über eine Zusammenlegung oder Schließung einiger Feuerwehren gesprochen. Stadtdirektor Wilhelm Mevert lobte die Feuerwehr, weil sie „trotz der erschwerten Rahmenbedingungen ihren Dienst hervorragend verrichtet hat.“ Durch das Wegbrechen der Gewerbesteuereinnahmen seit Mitte der 90er Jahre gebe es Finanzprobleme bei der Stadt Obernkirchen. Der Brandschutz gehöre zu den Aufgaben der Daseinsvorsorge, die erbracht werden müssen. Es stelle sich aber die Frage, in welchem Umfang dies zu geschehen habe. In 2003, so Mevert, sei die Anschaffung eines Ersatzfahrzeuges leider nicht möglich gewesen und das werde sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern. Es gebe, so der Stadtdirektor, entsprechende Beschlüsse der Stadt Obernkirchen, die Feuerwehr in der Stadt Obernkirchen „in ihrer Gesamtheit neu zu organisieren.“ Man brauche die Hilfe des Landkreises, der auch in die weiteren Gespräche mit eingebunden werden soll. Wilhelm Mevert: „Wir müssen einen vernünftigen Weg finden, was für die Sicherstellung des Brandschutzes in Obernkirchen erforderlich ist.“ Ortsbürgermeister Werner Harder bedauerte, dass er sein Versprechen nicht halten konnte. Gemeinsam mit dem Ortsrat habe er alles versucht. Harder erinnerte daran, dass „wir der größte Ortsteil in Obernkirchen sind“ und appellierte an die Anwesenden, „nicht alles hinzuwerfen“, damit „unsere Gemeinschaft erhalten“ bleibt. Marion Hanke wurde ebenso einstimmig zur Schriftführerin gewählt, wie ihre Stellvertreterin Heike Schweer. Für 40 Jahre aktiven Dienst wurde Wilhelm Struckmann geehrt. Seit 25 Jahren ist Harald Mietke aktiv dabei. Seit 40 Jahren gehören Wilhelm Scheffler, Wolfgang Wilkening, Wilhelm Schmöe und Siegfried Hoffmann der Feuerwehr Vehlen an. Eine ganz besondere Ehrung erfuhr Wilhelm Blomberg. Einstimmig wurde in der letzten Kommandositzung beschlossen, ihn zum Ehrenmitglied zu ernennen. Der 88 Jahre alte Wilhelm Blomberg gehört zu den Gründungsmitgliedern, die 1936 die Ortsfeuerwehr gegründet haben. Sechs Feuerwehrkameraden durften sich über eine Beförderung freuen: Michael Hanke wurde zum Hauptlöschmeister ernannt, Andreas Busche zum Oberlöschmeister, Lutz Schweer und Heinz-Günter Möller zum 1. Hauptfeuerwehrmann, Christian Busche zum Hauptfeuerwehrmann und Björn Ernst zum Oberfeuerwehrmann.
Quelle: Schaumburger Wochenblatt, 21.01.2004

Die beförderten Kameraden

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