JHV 2010

SZ   20.01.10   Ehrenamtlicher Einsatz lässt nach

Vehlen (sig). Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote macht sich Sorgen um die Einsatzfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehren angesichts sinkender Bevölkerungszahlen und der nachlassenden Bereitschaft, sich in Vereinen und Organisationen ehrenamtlich einzubringen.

Die Angst um den Erhalt des Arbeitsplatzes hindere zusätzlich manche Beschäftigten daran, aktiv in der Feuerwehr mitzuwirken. Nachwuchs gebe es nahezu ausschließlich nur noch durch die Jugendarbeit.

Der Kreisbrandmeister plädierte mit Nachdruck dafür, die Einsatzleitstellen der Kreise Schaumburg und Nienburg in Stadthagen zusammenzulegen: „Wir sehen das auch als eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung an. Hameln ist weit weg von uns, und außerdem hat das Schaumburger Land in den vergangenen Jahren bereits viele Behörden und Einrichtungen abgeben müssen.“

Obernkirchens Bürgermeister Oliver Schäfer teilt mit der Wehr die Freude darüber, dass die Zahl der Brände durch mehr Aufmerksamkeit und Vorsorge zurückgeht. Dafür nehmen die technischen Hilfsleistungen durch das Unfallgeschehen auf den heimischen Straßen zu.

Und dass auch die Naturgewalten immer unberechenbarer geworden sind, zeigte zum Beispiel der Orkan Kyrill – und auch auf solche Einsätze müssen die Feuerwehrleute gut vorbereitet sein. Dankbar zeigte sich das Stadtoberhaupt für die Teilnahme der Vehlener Wehr an den Stadtmeisterschaften.

Ortsbürgermeister Werner Harder appellierte an die heimischen Arbeitgeber, den ehrenamtlichen Einsatz der aktiven Feuerwehrleute nicht zum Anlass zu nehmen, jemand nicht einzustellen. Niemand im Schaumburger Land könne sich eine Berufsfeuerwehr leisten.

Ortsbürgermeister Harder unterstrich die Bedeutung der Wehren für den Brandschutz der Betriebe, aber auch für die Wohnhäuser. Der Ortsbürgermeister begrüßt die Gründung der „Löschzwerge“ in der Bergstadt und sprach die Hoffnung aus, eine solche Kindergruppe bald auch in Vehlen zu haben.

Der Kreisbrandmeister nutzte seinen Besuch im Dorfgemeinschaftshaus, um mit Heinz Röckemann ein Urgestein der Vehlener Wehr zu ehren. Lange Jahre leitete er die Ortswehr und war auch stellvertretender Stadtbrandmeister. Er engagierte sich sogar auf Kreisebene und leitete die Grundausbildung des Nachwuchses. Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung erhielt er eine verdiente Auszeichnung für seine Arbeit und 60-jährige Mitgliedschaft.

Ortsbrandmeister Christoph Schuster hatte sich schon darauf vorbereitet, diese Ehrung selbst vorzunehmen.

Das Kommando des Kreisfeuerwehrverbandes hatte an diesem Tag nämlich 13 Termine – und das bei den schwierigen Verkehrsbedingungen!

„Urgestein“ der Vehlener Feuerwehr: Heinz Röckemann.

sz200110_Ehrung Heinz Roeckemann_durch_KBM