JHV 2013
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SZ   24.01.13   „Mit 50 Jahren als Quereinsteiger – das ist stark“

Ortsfeuerwehr Vehlen plagen Nachwuchssorgen / Ralf König mit 50 in den aktiven Dienst übernommen

Vehlen (wk). Der demografische Wandel in den Freiwilligen Feuerwehren hat auch die aktuell 252 Mitglieder – darunter 24 Aktive – zählende Ortsfeuerwehr Vehlen erreicht, berichtet deren Ortsbrandmeister Christoph Schuster bei der jüngsten Mitgliederversammlung im Dorfgemeinschaftshaus. Mangels zur Verfügung stehender Interessenten habe man bereits seit einigen Jahren keine Mitglieder mehr aus der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst übernommen. Im nächsten Jahr werde man aus dieser Abteilung heraus zwar bis zu drei junge Leute zu Feuerwehrleuten ernennen, aber unterm Strich sei dies eben nicht genug, um den Personalbestand langfristig auf dem erforderlichen Niveau zu halten.

„Ohne Jugendliche und Kinderfeuerwehren geht es nicht mehr“, betont Schuster. Da die Vehlener Ortsfeuerwehr selbst jedoch nicht über eine spezielle Kinderfeuerwehr zur Nachwuchsgewinnung verfügt, wirbt er dafür, dass Eltern aus dem Dorf ihre an der Feuerwehr interessierten Kinder zunächst bei der Kinderfeuerwehr in Obernkirchen mitmachen lassen, von wo aus diese Kinder später in die Vehlener Jugendfeuerwehr wechseln könnten. Auf diese Weise habe man zumindest schon mal den Draht zum Nachwuchs geknüpft. Ausdrücklich appelliert er zudem an die Versammlungsteilnehmer, ausreichend Werbung für das ehrenamtliche Engagement in den Feuerwehren zu machen.

„Auf unsere Feuerwehren in den Ortschaften ist Verlass, und die Einsatzbereitschaft ist vorhanden“, sagt Bürgermeister Oliver Schäfer anlässlich seiner Grußworte. Allerdings müsse man dafür sorgen, dass die Freiwilligen Feuerwehren nicht nur heute für die Sicherheit der Bürger sorgen können, sondern dass dieses System auch in zehn und 20 Jahren noch Bestand habe. Denn sollte dies eines Tages möglicherweise nicht mehr der Fall sein, werde es Pflichtfeuerwehren geben. „Und das“, unterstreicht der Obernkirchener Verwaltungschef, „ist eine ganz andere Geschichte – und ich glaube, die möchte hier niemand gerne erleben.“

Umso erfreuter ist Schuster daher, dass er den vom Alter her schon etwas reiferen Feuerwehrmann-Anwärter Ralf König bei der Mitgliederversammlung zum Feuerwehrmann befördern kann: „Mit 50 Jahren als Quereinsteiger – das ist ein starkes Ding“, würdigt der Ortsbrandmeister das Engagement des erst vor drei Jahren in die Ortsfeuerwehr Vehlen eingetretenen Gelldorfers, sich in eben diesem fortgeschrittenen Alter noch im aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr betätigen zu wollen. Als Voraussetzung hierfür hat König bereits einen sogenannten Truppmann-I-Lehrgang plus einen Kursus in Erster Hilfe erfolgreich absolviert. Derzeit durchläuft er die Truppmann-II-Ausbildung und wird demnächst auch noch einen Funkerlehrgang belegen.