News 2005

SN   31.12.04   Es herrscht große Unsicherheit

Strukturreform bei der Feuerwehr: Arbeitsgruppe steht vor schwierigen Aufgaben

Obernkirchen. Eines der heißen kommunalpolitischen Themen, die im zu Ende gehenden Jahr nicht gelöst werden konnten, kommt schon im Januar wieder auf den Tisch. Dann muss sich nämlich eine Arbeitsgruppe mit der geplanten Strukturreform bei den insgesamt fünf Feuerwehren der Stadt Obernkirchen befassen. Gibt es Zusammenschlüsse? Werden Gerätehäuser stillgelegt? So und ähnlich lauten die anstehenden Fragen.
In der Behandlung dieses Themas steckt viel Brisanz. Das werden nicht nur die Beratungen in der vom Rat, von der Verwaltung und vom Stadtkommando gebildeten Arbeitsgruppe zeigen, sondern wohl auch die bevorstehenden Hauptversammlungen der Ortsfeuerwehren.
Stadtbrandmeister Rolf Schaper: „Bei den Beratungen und Verhandlungen steht mehr auf dem Spiel als der Effekt, durch die Aufgabe eines Gerätehauses Geld sparen zu können. Unsere Feuerwehren verfügen ohnehin nur über die Mindestausstattung. Und wir brauchen jedes Fahrzeug und jeden Mann. Da ist kein Raum für irgendeinen Verschiebebahnhof.“
Der Stadtbrandmeister sieht ein großes zusätzliches Problem auf sich zukommen. In der Woche seien nicht viele Aktive verfügbar, weil diese auswärts arbeiten. Wenn diese Entwicklung so fortschreite, sei der Brandschutz gefährdet. Bei Schulen, Kindergärten, Industrie- und Gewerbebetrieben sowie bei Wohnhäusern komme es darauf an, möglichst schnell und massiv eingreifen zu können. Deshalb sei der Verzicht auf eine der Feuerwehren nicht vorstellbar. Die notwendige enge Zusammenarbeit gebe es ohnehin schon – sowohl bei den Übungen als auch bei den Einsätzen.
Vom Stadtkommando wird eine Aufstellung vorbereitet, die Auskunft darüber gibt, welche Aktiven bei den Feuerwehren von Gelldorf, Vehlen, Krainhagen, Röhrkasten und Obernkirchen im Ernstfall tagsüber zur Verfügung stehen. Außerdem sollen alle möglichen Gefahrenpunkte erfasst werden, an denen ein möglichst schnelles Eingreifen geboten ist.
Der unter anderem für das Feuerwehrwesen in Obernkirchen zuständige stellvertretende Stadtdirektor Bernhard Watermann hat sich die Mühe gemacht, eine 168 Seiten umfassende Untersuchung über die Feuerwehr-Strukturen des Landes Nordrhein-Westfalen durchzuarbeiten. Auch dort geht es um Hinweise und Empfehlungen für das Aufstellen eines Brandschutz-Bedarfsplanes.
Watermann: „Was darin steht, lässt sich nicht 1:1 auf unsere Verhältnisse übertragen, zumal es in Nordrhein-Westfalen noch zahlreiche Berufsfeuerwehren gibt. Wir werden uns in Kürze mit Fachleuten aus dem Nachbarland in Stadthagen beim Landkreis treffen und die Dinge dort weiter vertiefen. Das Thema hat wegweisenden Charakter, und da machen wir keine Insellösung für Obernkirchen.“
Der Chef der Gelldorfer Stützpunktfeuerwehr, Bernhard Gläser, sieht mit einigem Unbehagen der weiteren Entwicklung entgegen. „Abgesehen von der Kernstadt stehen in den Gerätehäusern der Ortsfeuerwehren schon einige stark überalterte Fahrzeuge, die 20 und mehr Jahre auf dem Buckel haben; viel mehr als bisher kann man an unserer Ausrüstung schon nicht mehr sparen“, beklagte er den gegenwärtigen Zustand.
Mit zunehmendem Alter würden die Reparaturen und Unterhaltungskosten der Fahrzeuge und Geräte
steigen, und irgendwann rechne sich das Ganze nicht mehr, meint zu diesem Thema Bernhard Watermann. Und da die Stadt kein Geld für Neuanschaffungen habe, spitze sich die Situation eines Tages von ganz allein zu.
Bevor dieser Fall eintritt, ist Handeln angesagt. Das ist allen Beteiligten klar.
Und: Die Entscheidung über das „Wie“ lässt sich wohl kaum über das Jahr 2005 hinaus vertagen. sig
© Schaumburger Nachrichten, 31.12.2004

SN   10.01.05   1800 Euro für Flutopfer gesammelt

Vehlen. Max-Benjamin Finke (Bild, rechts), Sven Brinkmann (Bild, Mitte) und deren Mitstreiter können zufrieden sein. Am Freitag haben die Mitglieder der Vehlener Jugendwehr nicht nur die Tannenbäume eingesammelt, wie das seit vielen Jahren der Fall ist, sondern die Mitbürger auch um Spenden für die Flutopfer in Südasien gebeten. Mit großem Erfolg: 1035 Euro sammelten sie bei ihrer Rundfahrt durch den Ort ein. Bei der Jahresversammlung der Ortswehr am Sonnabend brachte Alt-Bürgermeister Wilhelm Meier mit einem Hut nochmals 577 Euro zusammen. Anschließend rundete das Ortskommando den Betrag auf 1800 Euro auf und überreichte die Spende dem Vorsitzenden des Diakonischen Werkes in Stadthagen, Pastor Andreas Wömpner. sig / sig

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Auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Bückeburg-Stadt wurde unser Feuerwehrkamerad Walter Busche mit dem Nds. Ehrenzeichen für 40-jährigen aktiven Dienst in der Feuerwehr durch Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote ausgezeichnet. Diese Auszeichnung hätte Walter auch schon auf der JHV der FF Vehlen erhalten können da er bei uns in Vehlen seit 40 Jahren aktiv ist, da er jedoch als hauptamtlicher Gerätewart der Feuerwehr Bückeburg arbeitet wurde die Ehrung in Absprache jetzt dort vorgenommen. Auch von den Vehlener Kameraden einen Herzlichen Glückwunsch!

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Kreisbrandmeister Klaus Peter Grote ehrt Walter Busche, der seit 40 Jahren im aktiven Feuerwehrdienst ist. jp

LZ   29.01.05   Feuerwehr kommt an digitales Funknetz

Einstieg empfohlen / Strukturreform: Schaper erwartet vor dem Herbst keine Entscheidung

Obernkirchen (sig). Zum Thema Strukturreform fiel in der Sitzung des Ausschusses für Ordnungs- und Feuerwehrwesen am Donnerstagabend im Rathaus noch keine Entscheidung. Eine neue Zeit kündigt sich jedoch bei der Alarmierung der Ortswehren an. Einstimmig wurde die Anschaffung von 33 Funkmeldeempfängern beschlossen. Damit wird der Abschied vom analogen Funknetz auch im Bereich der Bergstadt eingeläutet.

Stadtbrandmeister Rolf Schaper machte deutlich, dass künftig eine zuverlässigere Alarmierung möglich werde. Gerade durch den Bückeberg gebe es so viel "Funkschatten", dass der Einsatz des Digitalfunks ein wichtiger Schritt nach vorn sei. Beschlossen wurde die Anschaffung von zunächst 33 Meldeempfängern zum Gesamtbetrag von 10 900 Euro. Damit soll zunächst die Obernkirchener Stützpunktwehr ausgerüstet werden. Die weiteren Ortswehren werden dann schrittweise folgen. Der auf diesem Feld federführend tätige Landkreis hat eine Übergangszeit von drei Jahren eingeplant. Er wird auch einen zentralen Einkauf vornehmen.

Ein Betrag von 30 500 Euro wird für weitere Anschaffungen eingeplant. Dazu gehören 54 zusätzliche Überjacken. Damit wären dann alle aktiven Feuerwehrleute im Bereich der Bergstadt gleichmäßig ausgestattet. Der Ausschuss empfahl außerdem, für die Träger von Atemschutzgeräten Überhosen zu kaufen, die einen wirksamen Schutz beim Einsatz in brennenden Gebäudebereichen bieten. Zusätzlich müssen zwei Atemschutzgeräte aussortiert und durch neue ersetzt werden.

Die Gelldorfer Wehr wartet noch auf eine verbindliche Antwort zu dem Antrag, Unterhaltungskosten für ein Fahrzeug zu übernehmen, das in Gelldorf für den Transport der dortigen Jugendwehr angeschafft werden soll. Der stellvertretende Stadtdirektor Bernhard Watermann kündigte an, dass der Verwaltungschef Wilhelm Mevert bis Mitte Februar die ihm übertragene Entscheidung fällen wird. Vorausgeht geht allerdings noch am 2. Februar eine Sitzung des Stadtkommandos, die eventuell die Anschaffung überflüssig machen könnte.

Watermann berichtete außerdem, dass es am 16. Februar beim Landkreis ein Gespräch über den vorliegenden Brandschutz-Bedarfsplan von Nordrhein-Westfalen geben wird. Ein Experte aus dem Nachbarland soll dort Rede und Antwort stehen. Bürgermeister Horst Sassenberg legt Wert darauf, dass an dieser Zusammenkunft neben denVertretern der Stadtverwaltung und des Stadtkommandos auch der Ausschussvorsitzende Heinrich Struckmeier teilnimmt.

Stadtbrandmeister Rolf Schaper glaubt jedoch nicht daran, dass vor dem Herbst dieses Jahres irgendwelche Entscheidungen hinsichtlich der in Obernkirchen geplanten Strukturreform getroffen werden. Dafür sei die durchzuarbeitende Ausarbeitung viel zu umfangreich. Außerdem müsse sie auf die unterschiedlichen Bedingungen im Lande Niedersachsen zugeschnitten werden.

Der auch für das Ordnungsamt zuständige Bernhard Watermann teilte dem Ausschuss mit, dass bei den künftigen Frühjahrs- und Barbarossamärkten die Rathenaustraße, der Neumarktplatz und die Heyestraße von Fahrzeugen und Ständen freigehalten werden. Stattdessen möchte man den südlichen Teil des Bornemannplatzes und den Kirchplatz einbeziehen.

Dieses Konzept müsse jedoch auch noch mit dem Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde besprochen werden. Deshalb bleibt es beim bevorstehenden Frühlingsmarkt zunächst noch bei der bisherigen Lösung.
© Landes-Zeitung, 29.01.2005

SN   07.03.05   Kreisfeuerwehr besorgt um Technikzentrale

Gefährdung durch Neuorganisation / Kritik an Dienstaufsicht aus Göttingern / Jugendarbeit floriert

Die Zukunft der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Stadthagen, die Neuorganisation der Dienstaufsicht über die heimischen Feuerwehren sowie die Jugendarbeit sind prägende Themen der Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes am Wochenende in der Obernkirchener Liethhalle gewesen.
Kreis Schaumburg. Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote kündigte vor den 217 Delegierten an, dass sich die Leitstellenstruktur in Niedersachsen möglicherweise kurzfristig, ganz bestimmt aber langfristig ändern werde. Auch freiwillige Zusammenschlüsse würden ins Auge gefasst. Grote sprach die Hoffnung aus, dass es trotz dieser Entwicklung eine Chance gebe, die Schaumburger Zentrale zu erhalten. Den FTZ-Mitarbeitern, die für die technische Überprüfung der Fahrzeugausstattung, für die Schlauchpflege, für die Wartung der Atemschutzgeräte und für die Ausbildung auf Kreisebene zuständig sind, sprach Grote seinen Dank für eine sehr effektive Zusammenarbeit aus.
Seit der Auflösung der Bezirksregierungen haben sechs Polizeidirektionen die Dienstaufsicht über die Feuerwehren. Schaumburg gehört nun zur Polizeidirektion Göttingen. „Wir hätten uns von Beginn an ein bessere Beteiligung und eine personelle Neuverteilung auf die Grenzen der Polizeidirektionen gewünscht“, erklärte Grote. Es könne nicht sein, dass die Aufsichtsbereiche teilweise über zwei oder drei dieser Direktionen hinausgehen, drückte der Kreisbrandmeister Unzufriedenheit aus.
„Mit sehr viel Sorgen beobachten wir in einigen Kommunen die Tendenz, Feuerwehren zusammenzulegen und aufzulösen“, erklärte Grote. Der Kreisfeuerwehrverband sehe es als notwendig an, alle Ortswehren zu erhalten. Diese würden zudem auch künftig eine zeitgemäße technische Ausstattung und Ausbildung benötigen. Mit 93 Jugendfeuerwehren im Landkreis werde für den nötigen Nachwuchs gesorgt, unterstrich Grote. Um diese Entwicklung noch zu intensivieren, müsse man neue Wege gehen und auch Kinderfeuerwehren gründen.
Polizeipräsident Hans Wagel (Göttingen) stellte sich als neue Dienstherr vor und versicherte: „Wir wollen die Feuerwehren weder gängeln noch dominieren.“ Er sprach die Hoffnung auf eine gute Zusammenarbeit aus.
Einen geradezu flammenden Appell für den Erhalt der kleineren Feuerwehren hielt der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Hans Graulich. Sicherheit gebe es nicht zum Nulltarif. Wenn die Feuerwehr sterbe, sterbe auch das Leben in den Kommunen. Durch ihr schnelles Eingreifen würden die Feuerwehren nicht nur Menschenleben, sondern auch so manchen Arbeitsplatz erhalten. Nur 32 Euro pro Einwohner koste der Brandschutz in Niedersachsen im Jahr. Graulich warnte: „Wer keine Jugendfeuerwehr unterhält, der existiert nach zehn bis 20 Jahren nicht mehr.“ Kreisjugendfeuerwehrwart Peter Lohmann beruhigte: 1600 Jugendliche seien eine solide Basis für die Ortsfeuerwehren in Schaumburg. Mittlerweile seien davon 36 Prozent Mädchen und junge Frauen. Nie zuvor in den vergangenen 20 Jahren seien so viele von ihnen in den aktiven Dienst gewechselt wie 2004 – insgesamt 139.
Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier erklärte, dass die Kostenträger für den Rettungsdienst seit längerem die Zahl der Leitstellen verringern wollen. Das niedersächsische Innenministerium neige dazu, dem Druck der Krankenkassen nachzugeben. Er unterstrich, dass die kleineren Ortsfeuerwehren Spezialaufgaben übernehmen müssten, um die Stützpunkt- und Schwerpunktfeuerwehren zu entlasten. In diesem Jahr werde die digitale Alarmierung auf Kreisebene eingeführt. Für den Netzaufbau habe der Kreis 300 000 Euro eingeplant. sig
© Schaumburger Nachrichten, 07.03.2005

SN   15.03.05   Feuerwehren stehen vor zusätzlichen Anforderungen

Europäische Union fordert bessere Ausstattung

Obernkirchen (sig). Eigentlich passt das nicht zusammen: Die Kommunen kämpfen mit wachsenden Finanzproblemen, schreiben zunehmend rote Zahlen und müssen zugleich befürchten, dass neue Anforderungen auf sie zukommen. Das gilt auch für den Brandschutz, der den Politikern und Führungskräften der Feuerwehren in der Bergstadt ohnehin genügend Sorgen bereitet.

So kündigte der zuständige Abschnittsleiter des Feuerwehr-Kreisverbandes, Rainer Kuhlmann (Rinteln), bei der Jahresversammlung der Ortsfeuerwehr neue Bestimmungen an, die auf Landes- und Bundesebene in Kraft gesetzt werden sollen. Außerdem werden zusätzliche Richtlinien von der Europäischen Union (EU) erwartet, die höhere Anforderungen an die Ausstattung stellen. Damit dürften sich die Finanzsorgen nur noch weiter verstärken, befürchten die Kommunalpolitiker und die Führungskräfte der Feuerwehren.

Änderungen gibt es auch im Ausbildungsbereich. Schon die Grundausbildung soll umfangreicher werden. Bereits 16-Jährige können künftig Sprechfunker werden. Die Träger von Atemschutzgeräten müssen jedoch weiterhin mindestens 18 sein.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister sprach noch von einem anderen Problem, das auf Grund der demoskopischen Entwicklung auch die heimischen Feuerwehren massiv erreichen werde. Ab 2010 werde durch die weiter fallenden Geburtenzahlen nicht genügend Nachwuchs für die aktiven Gruppen zur Verfügung stehen.

Besondere Dankesworte fand Kuhlmann für das Engagement der Obernkirchener Blauröcke auf Kreisebene. In diesem Zusammenhang erwähnte er Clemens Keich, der den Umwelt- und ABC-Zug leitet. In der technischen Einsatzleitung arbeitet noch Burkhardt Bödeker als Organisationsleiter mit.

Bürgermeister Horst Sassenberg betonte, dass man sich in Zusammenarbeit mit den Feuerwehren um einen Weg bemühen wolle, der für beide Seiten gangbar sei. Nicht von der Hand zu weisen sei die Sorge, dass bei Bränden oder anderen Einsätzen tagsüber nicht genügend Leute vorhanden sind, weil diese auswärts arbeiten.

Stadtbrandmeister Rolf Schaper betonte in seinem Grußwort, dass man schon seit langem sehr genau überlege, welche Anschaffungen dringend erforderlich seien. Ohne die intensive ehrenamtliche Pflege der Gerätehäuser, der Fahrzeuge und Geräte sähe es sehr schlecht aus. Zu den Ergebnissen der Arbeitsgruppe konnte Schaper noch nicht Stellung beziehen. Da gebe es nach dem Einführungsgespräch mit einem Brandschutzexperten aus Detmold noch erheblichen Beratungsbedarf. Bei der Bekanntgabe der Termine für dieses Jahr wies der Stadtbrandmeister darauf hin, dass an den nächsten Stadtwettbewerben auch die Ortsfeuerwehren aus Bad Eilsen und Buchholz teilnehmen werden.

Der Stadtbrandmeister beförderte zum Abschluss der Zusammenkunft Nils Deppe zum Löschmeister. Willi Meier wurde vom stellvertretenden Kreisbrandmeister für seine 50-jährige aktive Zugehörigkeit zur Feuerwehr ausgezeichnet und Dieter Süßer für 40-jährige Mitgliedschaft.
© Schaumburger Zeitung, 15.03.2005

29.06.2005   Tagesfahrt der FF Vehlen am 30.07.2005

Die diesjährige Tagesfahrt der FF Vehlen findet am 30.07.2005 statt. Es geht gegen 07:00 Uhr los mit dem Ziel Cloppenburg. Dort wird u.a. ein Museumsdorf besichtigt. Weitere Info´s wie genauer Startzeitpunkt, Kostenbeitrag pro Person etc. bekommen alle Mitglieder in den nächsten Tagen schriftlich. Für Fragen steht Christoph Schuster zur Verfügung.
© Andreas Haller

Dieser Artikel steht hoffentlich in nicht ferner Zukunft auch mit der Ortsbezeichnung “Vehlen” in der Tageszeitung! Alle Verantwortlichen für den Brandschutz in der Stadt Obernkirchen sollten ruhig einmal genauer lesen!

SZ   08.09.05   Perfekt: Wasserträger löst Buchholzer Oldie ab

Samtgemeinde bewilligt Neukauf eines TSF-W / Landkreis zahlt nur das Minimum für Feuerwehrwagen

Eilsen (tw). Das wird die Männer und Frauen in Blau freuen: Der Feuerschutzausschuss der Samtgemeinde unter Vorsitz von Thomas Beckmann (CDU) hat am Dienstagabend einstimmig für den Kauf eines TSF-W - eines Tragkraftspritzenfahrzeugs mit Wassertank (!) votiert. Obwohl das Gremium gemeinhin nur Empfehlungsbeschlüsse fasst,ist die Anschaffung nach nicht mal 30 Minuten Verhandlungszeit bereits jetzt in trockenen Tüchern, denn: Samtgemeindebürgermeister Heinz Wischnat holte sich bei der Zusammenkunft im Rathaus auch das - vorgezogene - Okay des Samtgemeindeausschusses, der am Montag tagt; der Landkreis hatte die vorzeitige Freigabe für den Kauf bereits am 25. Juli erteilt.

Obwohl das TSF-W, das den fast 30 Jahre alten LF 8-Oldtimer der Feuerwehr Buchholz ersetzen wird, sofort bestellt werden soll, ist mit der Auslieferung allerdings nicht vor 2006 zu rechnen.

Nach Besichtigung verschiedener Fahrzeugtypen und Aufbauten in Hannover-Ronnenberg steht fest: Es soll, den Wünschen der Wehr entsprechend, ein 7,5 Tonner - Wassertankinhalt: 750 Liter - auf MAN-Fahrgestell und mit Schlingmann-Aufbau werden. "Wir haben bereits Vorverhandlungen mit MAN geführt, die Vorlaufzeit für die Lieferung beträgt etwa drei Monate", so Wischnat. Der günstigste Ausstatter des Wagens (Schläuche etc.) soll bei einer Ausschreibung ermittelt werden.

Wischnat beziffert die Kosten für den Kauf auf 93 000 Euro. Mit 50 000 Euro soll der Löwenanteil als Darlehen von einem Feuerversicherer kommen, das binnen zehn Jahren getilgt werden müsste. "Das", so der Samtgemeindebürgermeister, "ist die übliche Finanzierung". 15 000 Euro will der Landkreis Schaumburg beisteuern. "Den ,Rest'", so Wischnat, "wird die Samtgemeinde aus Rücklagen bestreiten". Eine besondere Belastung entstünde ihr nicht.

Gleichwohl ist Wischnat vom Verhalten des Landkreises "schwer enttäuscht": "Die besagten 15 000 Euro entsprechen nur der Mindestausstattung für ein TSF, also ein Fahrzeug ohne Wassertank." Dass "Stadthagen" die exponierte Lage der Samtgemeinde an den Autobahn-Auf- beziehungsweise -Abfahrten nicht extra honoriere, "das bedauere ich zutiefst."

Tatsächlich ist der Kauf eines TSF-W für die Wehr wie für die Bürgervertreter ohne Alternative. Zum einen liefere Mercedes für den Buchholzer Feuerwehr-Oldie inzwischen keine Ersatzteile mehr; entsprechende Versuche in der Vergangenheit hätten bis zu neun Monate in Anspruch genommen. Zum anderen wird die Wehr immer wieder zu Einsätzen auf der Autobahn gerufen, bei denen auch Fahrzeugbrände bekämpft werden müssen; auf der Autobahn indes gibt's nirgendwo Wasser. Und: Da in Gebäuden vermehrt Kunststoff verbaut wird, der - einmal entflammt - die Blauröcke besonders fordert, müssen sie auch Schaum einsetzen können.

Großfahrzeuge wie TLF 16 oder 24 indes könne sich die Samtgemeinde nicht leisten, vor allem mit Blick auf die Führerschein-Frage. "Dadurch, dass die Wehrdienstzeit verkürzt wurde, gibt es immer weniger junge Männer, die mit einem Führerschein der Klasse 2 (alt) zurückkommen", bedauert Wischnat.Eine Ausbildung der Fahrer durch die Samtgemeinde lohne sich für diese nicht; zu groß sei das Risiko, dass sie ihrem Arbeitsplatz "hinterher ziehen" müssen und bei Alarm nicht greifbar sind.

Übrigens: Im Zuge des Fahrzeugkaufs müssen - leider - auch die Funkgeräte ersetzt werden. "Aus Sicht der Feuerwehr ist das eigentlich nicht nötig", erklärt Samtgemeindebrandmeister Hartmut Krause, "aber die Geräte entsprechen nicht mehr der aktuellen Verordnung".
© Schaumburger Zeitung, 08.09.2005