News 2013

SN   02.04.13   Osterhase kommt mit Blaulicht

Nach 28 Dienstjahren ist für „Eiermann“ Wolfgang Ernst jetzt Schluss

Vehlen. Auch wenn es nicht der stressigste Job ist, irgendwann kommt offenbar auch für einen Osterhasen der unvermeidliche Tag, an dem er in den wohlverdienten Ruhestand wechselt. Und so ist es am jüngsten Ostersamstag nach insgesamt 28 Jahren das letzte Mal gewesen, dass Wolfgang Ernst das weiße, mit langen Ohren versehene Fellkostüm samt Kiepe übergeworfen hat und mit lautem „Tatü-Tata“ und Blaulicht im roten Feuerwehrmobil auf dem Hof des Vehlener Feuerwehrgerätehauses aufschlägt, um die dort wartenden Kinder mit Süßigkeiten zu beschenken.

„Ich finde es prima, dass es hier nicht nur ein Osterfeuer für Erwachsene gibt, sondern auch solch eine Attraktion für Kinder“, meint Nicole Jürgens-Kuhlmann. „Das ist ein echter Publikumsmagnet.“ Denn zumindest innerhalb des Stadtgebietes Obernkirchen und dem näheren Umland gebe es ihres Wissens nach keine vergleichbare Aktion.

Deren Tochter Alena zeigt sich zwar erfreut über die abgestaubte Ostertüte, ist vom Osterhasen indes weniger begeistert: „Der sieht aus, als ob der mich gleich fressen will“, meint die Achtjährige, wobei sie auf den in der Tat eher grimmigen Gesichtsausdruck der Kopfmaske anspielt.

Zur Ehrenrettung muss man jedoch anmerken, dass es sich bei diesem Kostüm nicht um ein Produkt aus professioneller Produktion handelt, sondern um eine Eigenkreation des Bückeburgers Hartmut Alshugh, die dieser seinerzeit für sich selbst angefertigt hat: „Weihnachtsmänner laufen doch jedes Jahr hier herum, aber wer hat schon einen Osterhasen?“, habe er sich damals gedacht, erklärt der 65-Jährige. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass er selbst rund zehn Jahre lang die Rolle des Vehlener „Osterhasen“ übernommen hatte, bevor er den Fellanzug dann – alljährlich leihweise – Wolfgang Ernst zur Verfügung gestellt hat.

Wer nun künftig dessen Nachfolge als Eierspender antreten wird, ist bislang zwar noch offen, Ortsbrandmeister Christoph Schuster hat jedoch schon ein paar Kandidaten ins Auge gefasst. Näheres will er zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht preisgeben. Sei’s drum: Beim Ersten Hauptfeuerwehrmann Wolfgang Ernst bedankt sich Schuster für dessen langjähriges Engagement zunächst mit einem Bund Möhren nebst einer Flasche mit Hochprozentigem („zum Aufwärmen“). Und das tat am vergangenen Ostersamstag auch bitter not.

Trotz der tierischen Attraktion bleibt das Osterfeuer in dem Obernkirchener Ortsteil von der Anzahl der Gäste her diesmal leider deutlich hinter den Vorjahren zurück. Ursächlich hierfür macht Schuster das winterliche Wetter. Der Ortsbrandmeister: „Besonders ärgerlich für die Ortsfeuerwehr Vehlen ist dabei, dass die Veranstaltung in diesem Jahr nicht kostendeckend ist.“ Wk

SN   31.01.13  „Gottlob“ kaum etwas zu tun gehabt

Feuerwehr: Jahresversammlung der Umweltschutzeinheit in Meerbeck

Landkreis/Meerbeck (jcp). Bei ihrer Jahresversammlung hat die Umweltschutzeinheit der Kreisfeuerwehr auf ein „gottlob“ nicht allzu ereignisreiches Jahr zurückgeblickt. Am Ende der Veranstaltung im Feuerwehrgerätehaus in Meerbeck beförderte Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote zwei Feuerwehrleute.

„Gottlob“ sind ihre Einsätze eben nicht alltäglich, wie der Leiter der Einheit Clemens Keich gleich zu Beginn seiner Rede feststellte. Immerhin geht es um „atomare, biologische und chemische Stoffe“.

Demnach sind im Moment 81 Feuerwehrleute aktiv in den drei Teilen der Umweltschutzeinheit. Die Brandschützer stammen aus allen Bereichen der Kreisfeuerwehr. Der Feuerwehrstiefel drückt die Einheit vor allem an zwei Stellen: Zum einen, sagte Keich, fehlten durch den Wegfall des Wehrdienstes Kräfte beim Katastrophenschutz, also auch bei der Feuerwehr. „Hier müssen wir unbedingt die Werbetrommel rühren“, forderte der Einheitsleiter die Anwesenden auf. Zum anderen sei die Anlage für die Dekontamination „älteren Baujahres“. Zuständig für die Finanzierung sei der Bund, der aber seine Zusage für eine Modernisierung an dieser Stelle bisher nicht wahrgemacht habe. Eine Dekontaminationsanlage könnte zum Beispiel nach einem Zwischenfall im nächstgelegenen Kernkraftwerk in Grohnde zum Einsatz kommen. Abschließend bedankte Keich sich unter anderem bei den „politisch Verantwortlichen im Kreistag, aber auch bei der Verwaltung, der Kreisfeuerwehrführung sowie allen eingebundenen Gemeinden und der Feuerwehrtechnischen Zentrale“. Schließlich sei die Unterhaltung der Umweltschutzeinheit finanziell „nicht unerheblich“.

Eine der notwendigen Anschaffungen konnten die Feuerwehrleute gleich am Abend in Augenschein nehmen. Es handelte sich um EDV-Ausrüstung für die drei Messfahrzeuge der Einheit. Damit können die Brandschützer die Beschaffenheit zum Beispiel ausgelaufener Stoffe – gefährlich oder nicht? – schneller klären, etwa mithilfe des Internets oder über einen Austausch per E-Mail.

„Hut ab“ hieß es von Keich in Richtung der Feuerwehrleute, die ihren Dienst in der Umweltschutzeinheit zusätzlich zu ihrem örtlichen Feuerwehrdienst tun.

Nach weiteren Berichten beförderte Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote Benjamin Heine (Leiter des „Gerätewagens Atemschutz/Strahlenschutz“) zum Oberbrandmeister und Tim Schinz zum Hauptlöschmeister.